Die Zürcher Architektur der letzten zwanzig Jahre besticht durch ihr hohes entwerferisches Niveau, ihre planerische Sorgfältigkeit und ihre Präzision in der Ausführung. Entworfen wird eine ästhetische Klarheit mit hoher Kontrolle im Ausdruck – eine Architektur, die in sich abgeschlossen ist, ein gefasster Idealzustand. Die Konsequenzen dieser architektonischen Haltung werden immer greifbarer, denn ganze Stadtfragmente werden ersetzt, ohne die bestehenden, heterogenen Realitäten aufzugreifen, oder sie für die Zukunft nutzbar zu machen. Diese Tabula-Rasa-Strategien sind durch wirtschaftliche, soziale und politische Zusammenhänge sicherlich erklärbar. Aber zu einem gewissen Grad sind sie auch als gestalterische Maximen in den Köpfen der Architektinnen wiederzufinden. Wandelbarkeit, Prozesshaftigkeit und Offenheit sind Eigenschaften, die es wieder zu entdecken gilt – und die zur Diskussion gestellt werden sollen.
Der BSA Zürich lädt im Rahmen der Ausstellung Urbane Räume: 4 Perspektiven ein zu einer öffentlichen Gesprächsrunde unter Architektinnen und Spezialisten in der Ersatzneubaufrage.
Ort: ZAZ Bellerive, Zentrum Architektur Zürich
Gespräch: Daniel Bosshard mit Oliver Burch, Jakob Junghanss und Lukas Ryffel von 8000.agency, Verfasser des Ausstellungsbeitrags Siedlung Wydäckerring – Taten, Sachen und Fiktionen
ab18:00
Eintreffen und freier Rundgang durch die Ausstellung
19.00
Einführung Daniel Bosshard, Oliver Burch, Jakob Junghanss und Lukas Ryffel von 8000.agency; Gesprächsrunde
20.30
Abschluss und Abendessen im Restaurant Fischerstube